Effizient & stressfrei durch den Lehreralltag

Wenn ich mich in meinem Kollegium umschaue, entdecke ich in letzter Zeit mehr und mehr Kollegen, die sprichwörtlich „auf dem Zahnfleisch kriechen“ – körperlich und auch mental.

Die Gründe dafür sind vielfältig- und ich will sie hier auch gar nicht in den Mittelpunkt stellen. 

Vielmehr ist heute mein Anliegen, euch einen Einblick in meinen (über die Zeit gewachsenen) Lehreralltag zu geben – vielleicht als Anregung für den ein oder anderen, um sich das (Lehrer)leben ein wenig leichter zu machen.😉 Eine Anmerkung noch vorweg: ich bin Grundschullehrerin und habe glücklicherer nichts mit Klausuren in überdimensionalem Umfang zu tun – da ist einiges natürlich nicht so umsetzbar🙂

1. Tagesablauf allgemein

Mein Tag entspricht nicht dem des Klischee-Lehrers (aka: nach dem letzten Klingelzeichen fluchtartig die Schule verlassen), sonder eher dem eines Büromenschen. Das heißt:

  • Ich komme schon etwas vor dem Unterricht in die Schule, um mit Kollegen zu quatschen (dafür ist sonst viel zu wenig Zeit).
  • Ich erledige anfallende Aufgaben direkt in der Schule und nehme absolut GAR NICHTS mit nach Hause. 
  • Mein Arbeitstag endet in der Schule. (Je nachdem wie viel noch zu tun war, 30min oder auch durchaus mal 3h nach Schulschluss.)

2. Kontrolle von Tests/Klassenarbeiten

Da mein Ziel ist, NICHTS aus der Schule mit nach Hause zu nehmen, kontrolliere ich sämtliche Tests:

  • in der Schule
  • am Tag des Tests (idealerweise)
  • möglichst effizient 

Zur Erklärung:

Viele mögen jetzt sagen, dass sie nicht in der Schule kontrollieren können, weil sie dort A) keinen Platz B) keine Zeit C) keine Konzentration oder ganz einfach D) keine Lust haben. Denen sei gesagt: ich nutze entweder einen leeren Klassenraum (das kann gerne ein Fachraum sein, sollten die Klassenräume mit Hort/Ganztag belegt sein) oder das Lehrerzimmer (in unserem ist es herrlich still, da ein Großteil dem Lehrerklischee entspricht und dann abends zuhause arbeitet).

Warum am Tag des Tests kontrollieren? Damit sich keine Arbeiten anhäufen und man mit dem guten Gefühl nach Hause gehen kann, dass man seine Arbeit erledigt hat und den Kindern schon am nächsten Tag ihre Ergebnisse präsentieren kann (je nach Umfang des Tests natürlich). 

Wie kontrolliere ich effizient? Ich mache das oft (nicht immer und nur wenn es passt) so: Für einen Test haben die Kinder die Zeit, die sie dafür benötigen. Wer fertig ist, kontrolliert, gibt ab und bekommt dann verschiedene Angebote zur Stillbeschäftigung. Meistens Pflichtaufgaben und Wahlaufgaben, die thematisch passen – gerne auch mal was aus dem (viel zu oft verteufelten) Schulbuch oder Arbeitsheft. Die Aufgaben stehen an der Tafel, sodass sich jeder erlesen kann, was zu tun ist – so bleibt es für die verbliebenen Testlinge ruhig.

Nun der Clou: ich nutze diese Stillarbeitsphase dazu, schon die ersten Tests zu kontrollieren – arbeite damit also parallel zu den Schülern. Im Idealfall habe ich während der Phase fast alle Tests fertig bewertet und muss nach dem Unterricht nur noch die Noten eintragen. Oft kann ich am Ende der Stunde dann schon auf häufige Fehlerquellen hinweisen oder anderweitige Übungstipps geben…sozusagen direktes Feedback, wenn alles noch ganz frisch ist😉

3. Unterrichtsvorbereitung 

Entgegen der meisten Kollegen sitze ich nicht am Sonntagnachmittag oder Abend zuhause vor meinem Schreibtisch und plane die nächste Woche. Nö. Stattdessen sitze ich am letzten Tag der Woche (meistens Freitag, wenn da frei ist, eben am Vortag) in der Schule und plane meinen Unterricht. Warum? Weil:

  • …ich da einen Großteil der notwendigen Materialien habe.
  • …es da ruhig ist.
  • …ich im schulischen Umfeld besser planen und Sachen bedenken kann.
  • …ich sofort im Lehrmittelraum nachschauen kann, ob/was wir zu dem entsprechenden Thema sinnvolles im Schrank haben (auf Vorhandenes sollte man stets zurückgreifen, statt zeitaufwändig alles selbst zu erstellen – auch wenn es Spaß machen kann, hier geht es um Effizienz!)

Und zum Schluss der Hauptgrund: wenn mein Plan steht (meist ein bis zwei A4 Seiten für meine Klasse plus Fachunterricht), dann lasse ich diesen Plan einfach liegen auf meinem Lehrertisch…und verlasse die Schule. 

Warum ich ihn nicht mitnehme? Weil mein Job getan ist und ich mich so am Wochenende nicht mit den schulischen Sachen befassen muss. Mein Kopf bleibt leer und oft fällt mir am Sonntagabend nicht mal ein, was ich am Montag überhaupt in der ersten Stunde machen werde.

Klingt eigenartig, befreit aber total von dem Gedankenkarussel, das uns Lehrer so oft die Abende vermiest… :) 

4. mutig NEIN sagen

Die wohl schwierigste Aufgabe von allen. Die Konsequenzen für Ja-Sagerei sind uns allen bekannt – viel zusätzliche Arbeit, wenig Wertschätzung. Das muss nicht unbedingt sein.

Vorweg: manche Aufgaben muss man natürlich annehmen und erledigen, ganz klar. Die Schulleitung hat auch nur begrenzte Kräfte und muss Dinge verteilen. ABER: wenn man von einer Aufgabe von vornherein überfordert ist (zeitlich/fachlich/emotional), dann kann es helfen, dies einfach mal mutig auszusprechen. „Das traue ich mir nicht zu, weil…“ etc klingt natürlich blöd, kann aber sehr heilend sein, wenn der Auftraggeber entweder A) Mut macht B) Hilfestellungen dazu gibt, zB auf mehrere Schultern verteilt oder C) die Aufgabe überdenkt/anders vergibt.

Den Fall hatte ich selbst schon und bin mir heute noch dankbar, dass ich mein „Unvermögen“ ausgesprochen habe. Sonst wäre ich heute definitiv nicht so zufrieden, wie ich es bin – weil mich der Job mit Sicherheit überfordert und meine Nerven gekostet hätte. 

Also dran denken: nicht immer gleich HIER rufen und gerne auch mal NEIN DANKE sagen, wenn Aufgaben verteilt werden ;) 

Zum Schluss noch meine Tweets, die den Anstoß zum Thema gegeben haben: 


…und nun hoffe ich, den ein oder anderen Gedankenanstoß gegeben zu haben. Bin auf eure Meinungen gespannt!

Eure LeAuLei – Lehrerin Aus Leidenschaft ❤️

FitBit ChargeHR – Erster Eindruck/erste Nacht 

Wie aufmerksame mit Twitter-Follower festgestellt haben werden, bin ich nun auch stolze Besitzerin eines so genannten Fitness Wearables. 

+++ Anstoß +++

Wie bei vielen anderen war auch bei mir die Vorstellung der Apple Watch der Auslöser, über das Tracking des eigenen Körpers nachzudenken. Prinzipiell finde ich es eine gute Sache, mehr über sich und den eigenen Körper zu erfahren-um im besten Fall die eigene Gesundheit und das Wohlbefinden zu fördern. Außerdem erhoffe ich mir etwas Motivation, um endlich wieder mehr Bewegung in meinen Alltag zu bringen. 

+++ Warum Fitbit? +++

Nachdem ich mich einige Wochen durch die verschiedensten Foren und Rezensionen gelesen hatte, beschloss ich zuerst, mir ein MiBand von Xiaomi zu bestellen. Die Kosten von 15 € wären überschaubar gewesen, um einen ersten Eindruck vom Nutzen und den Funktionen eines solchen Gerätes zu bekommen. Leider wurde es auch nach zwei Wochen noch nicht verschickt, so dass ich meine Bestellung storniert habe.

Natürlich habe ich auch über eine Apple Watch nachgedacht. Sicher wäre es reizvoll, das Ding zu besitzen. Trotzdem erfüllt es nicht die Wünsche, die ich an ein solches Gerät habe. So wie ich mich kenne, würde ich zwar das iPhone häufiger in der Tasche lassen, dafür aufgrund der vielen Benachrichtigungen sehr häufig auf mein Handgelenk schauen. Und eigentlich wünsche ich mir etwas weniger Erreichbarkeit & technische Zerstreuung. Jetzt könnte man sagen: „stelle die Benachrichtigungen doch aus!“ Das könnte ich tun, aber dann bräuchte ich mir nicht ein mind. 400 € teures Gerät zuzulegen. ;) 

Nun also Fitbit. Auch hier hat man die Wahl zwischen verschiedenen kleineren Geräten, deren Funktionen schrittweise so anschwellen, dass am Ende die „Fitness Superwatch“ Fitbit Surge rauskommt.

Aber auch hier ist das Problem wieder, dass sie viel zu viele Dinge hat, die ich gar nicht brauche. Also entschied ich mich für die kleinere Version, die mir genug Informationen aber auch genug Ruhe bietet. 

Das ChargeHR Ist erst seit kurzem auf dem Markt, und unterscheidet sich von seinem Vorgänger Charge dadurch, dass es mit einer Technologie ausgestattet ist, die permanent den Puls misst (HR = HeartRate). Kostenpunkt mit Bandgröße S: 149,90€. Eigentlich hätte ich gerne das blaue Band gehabt, aber es war noch nirgendwo im Internet verfügbar. Also wurde es dann das schwarze Band. Gefällt mir aber auch sehr gut. 

+++ Erster Eindruck +++

Nachdem ich etwas mit der Verpackung zu kämpfen hatte, hielt ich endlich mein neues Gerät in den Händen. Es ist leicht, fühlt sich hochwertig an, riecht nicht und sieht am Handgelenk gut aus.  

  

  

 (Ein kleines Video findet ihr auf meinem Twitteraccount @leaulei)

+++ Nach dem Auspacken +++

Natürlich musste das Schätzchen erstmal aufgeladen werden. Nebenbei installierte ich die Fitbit App auf meinem Handy und fügte mein neues Gerät hinzu. Das funktioniert einfach und schnell. In der App lassen sich verschiedene Dinge konfigurieren, zum Beispiel die Reihenfolge, in der Uhrzeit, Puls, Kalorien, Etagen, Schritte etc angezeigt werden.  

Nach dem Laden überprüfte ich zuerst meinen Puls. Alles im Normalbereich, puh!😉 Die gesammelten Daten lassen sich dann auch in der App übersichtlich ablesen. 

Danach entschied ich mich für ein kleines Nickerchen – natürlich NUUUUR um die Schlaftracking-Funktion zu testen😉  Die aktiviert man entweder über die App oder legt sich einfach hin und gibt im Nachhinein Start- & Endzeit des Schläfchens ein. 

Für mich war hier interessant, wie lange es dauert, bis ich wirklich eingeschlafen bin. Zu meiner Überraschung waren dazu nur 4 Minuten notwendig. Ich bin also dafür prädestiniert, Powernapping zu betreiben ;)  

+++ Die erste Nacht +++

Um Informationen über sein Schlafverhalten zu bekommen, muss man das Gerät natürlich über Nacht tragen. Auch wenn ich zu den Frauen gehöre, die dann eigentlich allen Schmuck ablegen, störte mich das Gerät am Handgelenk nicht in der Nacht. 

Am Morgen dann die Auswertung: 

Wieder 4 Minuten bis ich eingeschlafen bin…und dann nachts mehrere ruhelose Phasen. (Das waren bestimmt die Zeiten, in denen ich die Decke von meinem Mann zurückerkämpft habe…) 

Um 6:19 hat der Wecker geklingelt & ich wollte noch im Halbschlaf die Statistik sehen. Dann war ich aber doch zu müde & schlief 6:22 nochmal für eine Stunde ein. 

Macht trotzdem nur 6 Stunden Schlaf und damit viel zu wenig. Wahrscheinlich gibt es dazu nachher einen Ausgleichsmittagschlaf. ;) 

+++ Erstes Fazit +++

Ich finde es äußerst interessant, Daten über den eigenen Körper zu erhalten und diese auszuwerten. In letzter Zeit schlafe ich oft sehr unruhig, fühle mich oft müde und schlapp und habe keine Lust, mich nach der Arbeit noch zu bewegen. Ich erhoffe mir, noch mehr zu erfahren und dann die richtigen Rückschlüsse für mich und meine Gesundheit zu ziehen. Außerdem hoffe ich, in Zukunft öfter an die 10.000 Schritte zu kommen, die als tägliche Bewegung empfohlen werden. Aktuell schaffe ich meistens nicht einmal 2000 – und das macht sich am Körper auch optisch bemerkbar😦

+++ Weitere Ziele +++

Ich habe einen befreundeten Fitbit Benutzer zu einem Wochenendwettkampf eingeladen. Den würde ich gerne als Siegerin beenden. Deshalb habe ich mir vorgenommen, gleich nach dem Frühstück jetzt eine Runde joggen zu gehen. Der Blick aus dem Fenster verheißt wettertechnisch leider nichts Gutes, ich bin noch sehr müde… aber irgendwann muss ich mich ja einmal aufraffen. ;) 

Wenn ihr noch Fragen habt: fragt. 

Ansonsten ist die Website von fitbit empfehlenswert, um sich genauere Informationen zu besorgen. :) 

Liebe Grüße & nen schönen Samstag! 

Lehrer und Ernährung 

Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber…während der Schulzeit bekomme ich meine Ernährung nicht auf die Reihe.

Entweder ich habe was essbares dabei, komme aber nicht dazu was zu essen („Pausen“ die keine sind, Streits, Unfälle, Aufsicht, Tür&Angelgespräche, ihr kennt das) ODER ich hab nichts dabei weil ich mal wieder zu spät aufgestanden bin. 

Mittagessen gibt’s in der Schulkantine, aber auch das nur unregelmäßig weil ich nicht alles esse, was es dort gibt…

Also sitze ich nach Unterrichtsschluss hungrig im Raum und ärgere mich über mich selbst. Blöd. 

Wie macht ihr das bei euch? Geht’s mit Brotbüchse in die Schule? Kauft ihr euch was beim Bäcker? Wie gestaltet ihr euer Mittagessen?

Ich würde mich über ein paar Erfahrungsberichte freuen, meine Kreativität ist gerade sehr eingeschränkt. (Hunger macht Kopfschmerzen & die Nudeln sind noch nicht fertig)!

Liebe Grüße! 

Fachfremd im Föderalismus

So kurz vor Ferienende, mitten im Vorbereitungsalltag, stelle ich (mal wieder) fest, wie ungleich und ungerecht es doch manchmal in unserem Beruf zugeht. 

Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die EIN Fach unterrichten. Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die ZWEI Fächer unterrichten. Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die DREI Fächer unterrichten. Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die VIER Fächer unterrichten. Es gibt Kolleginnen und Kollegen, die FÜNF Fächer unterrichten.

Und es gibt mich, die SECHS Fächer unterrichtet. 

Richtig gelesen, SECHS (!) verschiedene Fächer. Das bedeutet 6 Lehrpläne, die man inhaltlich kennen (und können) sollte. 6 verschiedene Vorbereitungen und Stoffverteilungspläne. 6 mal unterschiedliche Zeugnisinhalte und Formulierungen. Alles mal sechs. 

Hätte ich mir das ausgesucht, würde ich jetzt nicht rumnörgeln, aber…wie viele Kollegen muss ich davon einen Teil der Fächer fachfremd unterrichten. Fachfremd heißt, dass ich diese Fächer nicht studiert habe und auch nicht in ihnen ausgebildet worden bin. Also dass ich schlichtweg keine Ahnung habe. 

Was aber viel schlimmer wiegt – die Lust auf diese Fächer hält sich stark in Grenzen, um nicht zu sagen „diese Fächer kotzen mich an“. Natürlich bin ich professionell genug, um mich dennoch gut vorzubereiten und den Stoff kindgerecht zu verpacken…dennoch macht es keinen Spaß und die Unterrichtsplanung wird jedes Mal aufs neue eine Qual. Trotz Lehrplan. Trotz vorgegebener Inhalte. Trotz Lehrbücher. Es ist einfach nur ätzend. 

Jetzt könnte man sagen „Bilde dich doch fort“ – nur leider geht das bei den ominösen Fächern gar nicht so einfach. Außerdem – und da bin ich ehrlich – ist mein Wille diesbezüglich nur mittelstark ausgeprägt. 

Wie kann es sein, dass in Deutschland Unterricht von fachlich nicht ausgebildeten Lehrern gegeben wird? Wieso muss ein Deutsch- & Geschichtslehrer plötzlich Biologie unterrichten? Was macht ein Sportlehrer im Mathematikunterricht? Kennt sich der Religionslehrer mit Musikunterricht aus? Und vor allem: was bedeutet das für die Qualität des Unterrichts? 

Ich will keinem fachfremd unterrichtenden Lehrer unterstellen, dass er schlechteren Unterricht machen. Keinesfalls. Auch ich bereite mich in meinen fachfremden Fächern gut vor. Aber es hat Gründe gegeben, warum man sich FÜR das eine und GEGEN das andere Fach entschieden hat. 

Wieso findet das in der Praxis keine Berücksichtigung? 

Ach ja, ich kenne die Antwort schon…der Lehrermangel. Klar. Überall fehlen Kolleginnen und Kollegen. Überhang hier, Mangel dort. 

Aber wisst ihr was, ihr Bildungspolitiker?! Wie wäre es mal damit, den Föderalismus abzuschaffen, die Lehrerausbildung zu vereinheitlichen, die Lehrpläne anzugleichen und ein funktionierendes Personalplanungssystem zu etablieren? (vom Geld will ich hier gar nicht reden)

Das wäre doch mal ne tolle Idee, oder?! 

So könnten die Lehrer BUNDESWEIT zusammenarbeiten. Man würde GEMEINSAM an der Bildung unserer Kinder arbeiten. EINHEITLICH (auch wenn das Wort durch die Vergangenheit unserer Republik villeicht bei manchen negativ belegt ist). Vielleicht würden dadurch Lehrer, die aktuell in Ministerien und Ämtern arbeiten wieder frei werden und könnten zurück in den Schuldienst gehen (sofern sie denn wollen & noch können). So wäre wieder ein kleines bisschen Mangel beseitigt. 

Es könnte so schön sein. Aber nein. Jedes Bundesland kocht sein eigenes Süppchen und verheizt so seine Lehrerinnen und Lehrer. Aus Tradition. Weil es schon lange so funktioniert. Sogar im vernetzten Bildungs-Deutschland 2015. Gruselig. Und traurig. 

Nur: was können WIR daran ändern? 

Perspektiven als Lehrer

„Der Lehrerberuf bietet keine Perspektiven – außer die Schulleitung.“

Solche Aussagen über unseren Berufsstand findet man häufig – und mindestens genauso häufig muss ich dabei mit dem Kopf schütteln. Denn je mehr ich in den Beruf einstiege und mich umschaue, desto mehr Möglichkeiten sehe ich…und überlege, in welche Richtung ich mich entwickeln möchte. 

Deshalb sammle ich nun mal meine Gedanken dazu – vielleicht könnt ihr ja in den Kommentaren ergänzen. 

1. Fachberater

Als Fachberater bildet man sich – nach meinem aktuellen Wissensstand – zu einem Fach besonders weiter. Das erworbene Wissen wird dann in Weiterbildungen als Multiplikator den Kollegen weitergegeben. Außerdem steht man für Fachfragen zur Verfügung, besucht Kollegen im Unterricht und gibt ihnen Hinweise und Tipps. (Randbemerkung: Fachberater werden meist nicht höher entlohnt als ihre „normalen“ Kollegen)

2. Fachleiter (Studienseminar)

Als Fachleiter ist man für die Ausbildung von Referendaren/Lehramtsanwärtern zuständig. Man bildet sich fachlich weiter und besucht sie im Unterricht. Dazu kommt die Bewertung und Benotung der Anwärter – von Beginn bis zum Ende der Ausbildung, inkl. Prüfungen. Man ist also direkt an der Entwicklung der Junglehrer beteiligt und hat als letzter die Möglichkeit, eventuell nicht für den Beruf geeignete Personen auszusortieren/darauf hinzuweisen. (Erwähnenswert hier: man ist meist für mehrere Referendare zuständig, besucht sie an ihren Schulen…da sitzt man viel im Auto und muss oft große Gebiete abdecken.)

3. Ausbildungsverantwortlicher (Schule)

Als Verantwortlicher/Mentor betreut man die Referendare in ihrer Ausbildung direkt an der Schule. Man plant mit ihnen Unterricht, wertet aus, gibt Tipps und begleitet sie auf einem der wichtigsten Schritte auf dem Weg zum Lehrer werden. (Leider wird der Mehraufwand meist nur mit wenigen Abminderungsstunden wertgeschätzt – ein bisschen Idealismus muss man also haben.)

4. Seminarleiter (Studienseminar)

Eine Stufe über den Fachleitern stehen die Leiterinnen und Leiter der Studienseminare. Sie haben neben der Ausbildungsverantwortung im Referendariat auch direkten Kontakt zu den Ministerien und haben stehen vermehrt in der Öffentlichkeit. Als Seminarleiter hat man die Möglichkeit, individuell Einfluss zu nehmen auf die Angebote des Seminars und die Möglichkeiten, die den Junglehrern gegeben werden. 

5. Schulleitung 

Kontakt zu Behörden, Ämtern, Eltern. Personalplanung, Vertretungspläne, Schulkonzepte, Evaluation und und und. Ein weites Feld, in dem man sich nicht immer nur Freunde machen kann. Dennoch eine interessante Alternative, die sich auch finanziell bemerkbar machen kann. 

—–

Das ist das, was mir auf direkter schulischer Ebene einfällt. Natürlich kann man sich auf auf politischer Ebene engagieren & sich im Personalrat engagieren. Da ich da keinen großen Einblick habe, gehe ich darauf nicht näher ein. Andere Möglichkeiten sind natürlich auch das ehrenamtliche Engagement in Gewerkschaften (da gibts aber kein Geld) oder der Weg in die Politik…Man kann sich ja auch vornehmen BildungsministerIn zu werden ;) 

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Also wie man sieht gibt es mehr als „nur“ das Lehrer Sein für immer. Die Aufgabenfelder lassen sich beliebig erweitern. Was fällt euch noch ein? Welche Wege habe ich vergessen/übersehen? 

Würde mich über ein Brainstorming & das Teilen des Beitrages freuen! 

Jerusalem 

…wie man es NICHT schreiben sollte:  

…und auch der Rest der Antworten lässt mich an der Klasse (nein, nicht an mir, es gab auch Einsen) zweifeln. 

Wurde eigentlich schon untersucht, wie viele Lehrer durch die Korrektur von Tests ein Schleudertrauma erleiden? 

Das permanente Kopfschütteln muss doch gesundheitliche Konsequenzen haben… 

Gedanken zum Absturz 

Von dem Unglück habe ich heute Mittag durch eine Nachricht meiner Mutter erfahren. 

„Flugzeugabsturz über frankreich landung Düsseldorf 142 Tote“ stand da. 

Ich registrierte das und unterrichtete einfach weiter, was sollte ich auch anderes machen.

Zuhause angekommen verfolgte ich zusammen mit meiner Mutter die Ereignisse, Berichterstattungen und Geschehnisse – per TV und Twitter. Wir lasen uns gegenseitig die neusten Informationen vor, hatten Tränen in den Augen (Kopfkino…) und schüttelten oft den Kopf. 

Zum Zeitpunkt dieses Beitrags sind die Flugschreiber gefunden & es wird langsam Nacht in Frankreich. ProSieben hat Stefan Raabs Sendung „tv Total“ abgesagt und das Essen kocht auf dem Herd.

Was mich gerade beschäftigt sind nicht die Toten, der Ablauf oder die Konsequenzen. Eigentlich habe ich etwas banales, aber bedrückendes im Kopf. 

Warum ist unser Bundespräsident Gauck nicht in der Lage, ein ehrliches Statement abzugeben? 

Und damit meine ich kein fast Wort für Wort abgelesenes von unterhalb der Kamera, sondern ein menschliches, emotionales, direkt aus dem Herzen. 

Schaut mal genau hin. Vielleicht übertreibe ich ja, aber… Ich nehme ihm die Betroffenheit nicht ab. 

Was meint ihr?

Statement von Gauck zum Absturz

Mein Essen ist nun fertig. Statt Vollkornnudeln wie sonst gibt es heute richtige Nudeln. Man soll das Leben ja genießen, liest man gerade überall. Das werde ich tun.

Mein aufrichtiges Beileid gilt allen, die vom Absturz betroffen sind – direkt, indirekt und auf welche Weise auch immer. Ich wünsche euch alle Kraft der Welt!